Bericht von Jupa Mitglied Anna Barth zur Reise in die russische Partnerstadt Wladimir

Vom 9. bis 12. April weilte eine Delegation aus Erlangen in der russischen Partnerstadt Wladimir. Im Mittelpunkt der Reise stand das erste Treffen des Gesprächsforums „Prisma“, das seine Dialogfunktion zwischen den Partnerstädten aufnahm. Mit dabei war auch Anna Barth, Mitglied des Erlanger Jugendparlamentes. Nachfolgend ein Bericht von Anna: 

 

Sonntag, 9. April 2017

Wir trafen uns schon sehr früh am Morgen, um mit dem Kleinbus nach München zum Flughafen zu fahren. Unser Flieger nach Moskau ging gegen Mittag, sodass wir am frühen Nachmittag in Moskau landeten. Nach der Passkontrolle holten wir unsere Koffer, jedoch blieb einer verschwunden. Trotzdem machten wir uns dann auf die mehrstündige Busfahrt nach Wladimir auf. Im Erlangen-Haus angekommen, wurde ich gleich von meiner Gastfamilie abgeholt und nach Hause gebracht, während die anderen zusammen zu Abend aßen. Schon an diesem Tag lernte ich die Gastfreundschaft der Russen kennen, die mich gleich wie zu Hause fühlen ließ.

 

Montag, 10. April 2017

Nach einer Nacht in einer reichen russischen Familie etwas außerhalb von Wladimir, traf ich mich mit den anderen der Gruppe wieder um 9 Uhr im Erlangen-Haus. Gegen 10 Uhr hatten wir einen Empfang in kleinem Kreis im Rathaus. Danach wurden wir in einem anderen Gebäude von der gesamten Diskussionsgruppe von russischer Seite erwartet. Nach einem kleinen Empfang bat man uns in das Gesprächszimmer. Es wurde kurz und knapp die Geschichte erzählt, wie man auf dieses Diskussionsforum gekommen war. Das Ziel des Forums wurde schnell geklärt, denn allen beteiligten Personen war und ist es wichtig, einen gemeinsamen Austausch der Partnerstädte über bewegende Themen beider Städte zu veranstalten. Danach unterschrieben die beiden Oberbürgermeister das Protokoll, das die Gründung des Gesprächsforums, namens PRISMA, vorsah. Anschließend gab es eine kurze Kaffeepause, um sich nochmal vor der folgenden Diskussion zu stärken. Das vorherrschende Thema der Diskussion waren die aktuellen Fragen der Migrationspolitik in beiden Städten: wie man die Flüchtlinge in Deutschland integriert, ob dies gelingt, die Probleme, die mit einer Flüchtlingswelle kommen, die geopolitischen Aspekte, die auch eine Ursache von Fluchtgründen sind. 

Nach zwei Vorträgen, die allerdings auf Russisch gehalten wurden, begann die eigentliche Diskussion. Auch wenn ich selber nichts beisteuern konnte, so habe ich doch einen guten Eindruck in den Ablauf der Diskussionsrunde bekommen können. 

Nach der Diskussion gab es nochmals Kaffee und ich habe die Möglichkeit bekommen, mich mit zwei Personen aus dem Jugendparlament von Wladimir zu unterhalten. Ich habe sie über ihre Tätigkeiten gefragt und erkannt, dass sie doch sehr gleiche Themen wie wir haben. Auch zum Jugendparlament aus Wladimir kommen andere Personen mit ihren eigenen Anliegen und tragen diese vor. Die größten Unterschiede liegen jedoch im Alter, denn wir sind zwischen 12 und 18 Jahren alt und die „Kollegen“ in Wladimir zwischen 18 und knapp 30 Jahren. Auch gibt es einen Unterschied darin, dass die Parlamentarier aus Wladimir in eigenen Bereichen arbeiten und darüber dann auch Projekte führen müssen.

Später habe ich die Möglichkeit bekommen, im Erlangen-Haus den Deutschunterricht der Level A2 und B1 zu besuchen. In der einen Klasse ging es um die Reflexivpronomen und in der anderen Klasse haben sie Regeln beim Bergwandern besprochen. Danach gab es noch ein gemeinsames Essen, bei dem nur ein Teil der russischen Seite anwesend war. Wie es bei den Russen üblich ist, wurden Trinksprüche von jedem abgehalten, der für den Anlass des Treffens in irgendeiner Weise wichtig ist. So wurde auch ich als jüngste Teilnehmerin nicht davon verschont, meinen ersten Toast auszusprechen. Den verbleibenden Abend verbrachte ich dann mit der Familie.

 

Dienstag, 11. April 2017

Auf dem Programm stand ein kleiner Stadtrundgang. Wir besuchten die prachtvolle Uspenski-Kathedrale, den nebenliegenden Park und die kleine Demetrius-Kathedrale, die wir jedoch nicht betreten konnten. Am Nachmittag fuhren ein paar der Deutschen nach Susdal, wo ein Männerkloster, ein Holzmuseum und eine weitere Kathedrale besucht wurden. Am späteren Nachmittag hatte ich nochmals die Möglichkeit, den Deutschunterricht zu besuchen, da die Tochter meiner Gastfamilie Unterricht hatte. Dieses Mal wurden die verschiedenen Ausweise und die einzelnen Karten, wie Gesundheitskarte oder Mitgliedskarte, besprochen. Nach diesem Unterricht habe ich den Abend mit der Familie verbracht. Wir haben gemeinsam Spiele gespielt und gelacht. 

 

Mittwoch, 12. April 2017

Für mich startete der Morgen schon um 4:30, denn unser Bus nach Moskau sollte um 5 Uhr abfahren. In Moskau hatten wir dann durch das frühe Ankommen noch sehr viel Freizeit, die wir in einem Café verbracht haben. Unseren Flug nach München haben dann auch alle gut überstanden, und die Heimfahrt nach Erlangen ging auch schnell vorüber.

 

Ich möchte mich noch einmal bei Herrn Steger (Anmerkung: Partnerschaftsbeauftragter der Stadt Erlangen) dafür bedanken, dass er mich auf diese Reise mitgenommen hat und ich die Möglichkeit bekommen habe, eine neue Kultur in Ansätzen kennenzulernen, der Diskussionsrunde beizuwohnen und einen Teil der Städtepartnerschafts-Geschichte erleben zu können.

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